Schaeffler

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Weltweite Wirtschaftskrise

Die von den Banken verursachte weltweite Wirtschaftskrise hat Island an den Rand des Staatsbankrotts gebracht. 320000 Einwohner der Insel im Nordatlantik bangen um ihre Zukunft.

 

Der für die zukünftigen Erfordernisse einer globalen Welt entstandene Firmenverbund Schaeffler / Continental mit weltweit etwa 220000 Beschäftigten ist durch die von den Banken verursachte Wirtschaftskrise ebenfalls stark betroffen.

 

Leider wird speziell von Schaeffler in den Medien ein falsches bzw. sehr einseitiges und von Nebensächlichkeiten geprägtes Bild verbreitet. Um dieses zu korrigieren wurde von der Schaeffler Belegschaft eine Initiative gegründet. 

    Kommentar aus auto-reporter.net
Kommentar: Schuld, Sühne und Kriegsgewinnler
auto-reporter.net - 3. März 2009. Liegt es daran, dass der Mensch in Krisenzeiten nach jedem Strohhalm greift? Oder ist das menschliche Gedächtnis wirklich so kurz? Die beiden Fragen drängen sich auf, wenn man heute in „Welt online“ liest, die Banken erwägen eine Rückabwicklung der Übernahme der Continental AG durch die Schaeffler-Gruppe in Herzogenaurach. Angeblich wollen sie zunächst die 49, 9 Prozent der Continental AG von Schaeffler übernehmen.

Zur Erinnerung: Zwei Bankenkonsortien hatten sich im Sommer 2008 mehr als nur eine goldene Nase verdient, als sie den Übernahmeversuch von Schaeffler und die Verteidigung von Continental mit Rat und Finanzierungspaketen unterstützten. Sie konnten hohe viele Millionen schwere Honorare abrechnen, und die Siegerseite durfte sich auf die Finanzierung des Übernahmepreises freuen.

75 Euro pro Aktie waren den Conti-Aktionären zugesagt worden, deutlich mehr als die Conti-Aktie in jenen Tagen an der Börse erzielte. Conti hatte dabei sicher nur seine Shareholder und nicht seine Stakeholder im Blick. Doch stellte auch der überhöhte Preis für Schaeffler offenbar keine überzogene Forderung dar. Man war sich sicher, dass der Deal sinnvoll und die Finanzlast zu schultern war.

Doch dann kamen die Banken wieder ins Spiel; die Finanzkrise begann. Das riss auch den Kurs der Conti-Aktie mit in die Tiefe. Auf einmal stand eben nicht der tatsächliche Börsenpreis von rund 45 Euro zu Buche, sondern inzwischen nur noch 12,80 Euro (3. März 2009). Die Lücke bis zum Conti-Restwert von 17 Prozent wollen sie nicht auf ihre Kappe nehmen, auch wenn sie die selbst überwiegend verursacht haben. Die Continental AG hatte sich mit einer Sonderabschreibung von einer Milliarde Euro auf den Kauf von Siemens VDO und mit dem Gerücht, man plane eine Kapitalerhöhung auch heftig an der negativen Kurspflege beteiligt.

Gleichzeitig geschah der kommunikative Super-Gau, als die Boulevardpresse der Schaeffler-Chefin Marie-Elisabeth Schaeffler unterstellte, sie als Milliardärin wolle sich ihr Problem vom Steuerzahler bezahlen lassen, als hätte sie die Milliarden unter dem Kopfkissen und sei nur zu geizig, sie herzugeben. Seltsam, wie naiv manche Medien denken, wenn sie den deutschen Neidhammel unterhalten wollen.

Schlimmer aber als diese dümmliche Darstellung ist aber nun die Dreistigkeit der Banken. Sie haben den Wert der Unternehmen in den Keller gefahren und sehen nun keine andere Möglichkeit mehr, als sich leider zumindest des Vermögens der „Schaefflerin“ zu bemächtigen. Der allgemeinen Sprachregelung folgend, haben sich nicht die Banken, sondern die Milliardärin verzockt. Die will mit ihrem Vermögen trotzdem dafür einstehen, aber wenigstens eine Sperrminorität behalten. Aber so sind Kriegsgewinnler: Sie kriegen den Hals nicht voll und schämen sich nicht.

Der Politik müsste das eigentlich gleich zwei Mal quer heruntergehen. Denn erstens geht es um Banken, die sich längst unter dem Schutzschirm der Bundesregierung ihrer Schulden und ihrer Schuld entledigen. Und zweites reden wir bei Schaeffler und Conti über weltweit 220 000 Arbeitsplätze, also um zehn Mal mehr als bei Opel. (ar/Sm)

Von Peter Schwerdtman

    Brief eines Mitarbeiters

Unterstützung / Finanzhilfe für die Firma Schaeffler

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister Scholz,

ich schreibe Ihnen privat als Mitarbeiter und leitender Angestellter der Schaeffler Gruppe.

Es wird viel geschrieben und vor allem aus der „Entfernung“ kommentiert und geurteilt, dass die Fa. Schaeffler durch riskante Entscheidungen die Krise selbst zu verantworten habe und daher keine Hilfe erwarten darf.

Auch Sie werden leider nun im Tagesspiegel vom Sonntag 22.02.09 zitiert mit: "Man kann nicht im Nerzmantel nach Staatshilfe rufen" und "Wir sind nicht dafür da, für Fehlentscheidungen von Milliardärinnen und Milliardären geradezustehen."

Es ist nun allerdings an der Zeit zu überlegen, welche Verhältnisse hier wirklich vorliegen und zu zügigen und professionellen Entscheidungen – auch in der Politik – zu kommen !

Der Unternehmerin Maria Elisabeth Schaeffler und Ihrem Sohn Georg Schaeffler werden seit Tagen Verhältnisse und Vorgehensweisen vorgeworfen, die jeglicher Grundlage entbehren.

Da Frau Schaeffler eine beispielhafte Unternehmerin mit Leib und Seele ist, mit einem ausgeprägten Vorbildcharakter für jeden einzelnen Mitarbeiter, gilt es sich hier nun auch aus dem Belegschaftskreis zu Wort zu melden.

Es kann nicht mehr akzeptiert werden, dass hier Prinzipien und Einstellungen der Familie Schaeffler in Misskredit gezogen werden, die diese über mehrere Jahrzehnte (vor) gelebt! haben und vorbildliche Beispiele der deutschen Wirtschafts- und Unternehmerlandschaft darstellen und auch bleiben müssen. Die von Ihnen angewendeten Formulierungen stehen auch Ihnen gerade als Bundesminister nicht zu und es muß von Ihnen eine hochgradig sachliche und professionell geführte Argumentation erwartet werden, welche sich maßgeblich an Fakten orientiert.

Ich bitte Sie eindringlich, auch im Namen aller meiner anvertrauten Mitarbeiter, sich gründlich und im Detail mit diesem Fall zu beschäftigen. Ich bin mir sicher, dass Sie nach Erfassen der wahren Fakten und Verhältnisse (möglicherweise auch durch einen Besuch vor Ort!) zu dem Schluss kommen werden, dass es hier nicht nur um die Tatsache geht „die Zeche für andere zu bezahlen“, oder wie Sie sagen "den Reibach auf Steuerzahlerkosten zu ermöglichen", sondern es vielmehr darum geht, Unternehmen in Form von zeitlich begrenzten Bürgschaften zu unterstützen für die auch übliche Zinsen bezahlt werden. Und dies für Unternehmen, die Jahrzehnte lang mehr als verantwortlich im Sinne des deutschen Wirtschaftsstandortes aktiv waren, viele Steuern entrichtet haben und die Schaffung von Arbeitsplätzen in  Deutschland permanent über das Eigeninteresse der Eigentümerfamilie gestellt haben.

Es muss in Ihrem Interesse als Bundesarbeitsminister liegen, sich nun mit dem Schicksal einer der bedeutendsten und innovativsten Unternehmen aus Deutschland professionell zu beschäftigen und zu einer angemessenen Entscheidung zu kommen.

 

Herzlichen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

......

    Brief eines Mitarbeiters

Sehr geehrte Frau Merkel,

 

sicherlich ist Ihnen die derzeitige Situation der Schaeffler KG hinlänglich bekannt.

Dennoch gibt es für mich in der derzeit anhaltenden Situation einige Fragezeichen.

 

Lassen Sie mich aber zuerst etwas zu meiner Person schreiben:

 

Ich bin erst seit 3 Jahren Mitarbeiter der Schaeffler KG am Standort Homburg/Saar und hier im Qualitätswesen tätig. In dieser Zeit allerdings konnte ich mich allerdings bereits von der Verantwortungsbewussten und auch stets Mitarbeiter- und Standortorientierten Arbeitsweise von Frau Schaeffler überzeugen.

Frau Schaeffler hätte ebenso gut nach dem Tod ihres Mannes die Firma verkaufen und sich ein sorgenfreies Leben gönnen können.

Sie hat sich allerdings dagegen entschieden, die ‚Ärmel hochgekrempelt’ und unermüdlich dafür gekämpft das Unternehmen nach Vorne zu bringen.

Es ist auch noch nicht lange her, da war es sehr vielen Leuten sehr wichtig sich mit Frau Schaeffler in der Öffentlichkeit zu zeigen und dadurch ein wenig von ihrem Glanz abzubekommen.

Aber so ändern sich die Zeiten.

Heute wird Frau Schaeffler in der Öffentlichkeit angeprangert und als Gierig und fast schon Größenwahnsinnig bezeichnet.

Das die öffentliche Berichterstattung hierbei eine nicht unerhebliche Rolle spielt und im Wesentlichen oberflächlich recherchiert und sensationsbezogen ist, dürfte hierbei jedem klar sein.

Die Kernfrage richtet sich allerdings – wie sollte es auch anders sein – nach den dringend benötigten, finanziellen Hilfen.

Hierzu ebenfalls einige Anmerkungen:

Die geforderte Grundvoraussetzung um überhaupt eine Prüfung vorzunehmen, ist ein tragfähiges Zukunftskonzept. Dies ist zwar nachvollziehbar, ich frage mich allerdings wo diese Konzepte bei der Bankenunterstützung sind

Auch gibt es Aussagen, nachdem der Staat keine Steuergelder für unternehmerische Fehlentscheidungen ausgeben sollte.

Nun, von einer Fehlentscheidung kann bei dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Schaeffler und Continental im Hinblick auf eine zukunftsorientierte Ausrichtung sicher nicht gesprochen werden. Im Gegenteil. Hier werden für den Standort Deutschland die Weichen gestellt auch in Zukunft mit Innovationen auf einem technisch hohen Niveau Arbeitsplätze und somit auch Steuereinnahmen zu sichern. Wird dies Vereitelt, so dürfte sich Deutschland nach der viel zitierten ‚Servicewüste’ zusätzlich noch in eine ‚Technologiewüste’ verwandeln.

Die Banken haben plötzlich und völlig überraschend festgestellt, dass sie Verluste in Milliardenhöhe haben, haben die Schuld grundsätzlich in Amerika und dem dortigen Fehlverhalten gesucht, und bekamen sehr schnell Steuergelder um zu überleben und so ganz nebenbei auch noch die Extrazahlungen der Mitarbeiter zu begleichen. Gleichzeitig wurden einige Investmentbanker ‚geopfert’; aber so wirklich zur Versantwortung gezogen wurde niemand (zumindest nicht öffentlich).

Jedes Jahr gibt es einen Bericht über verschwendete Steuergelder. Den Nachrichtensendern ist dieser Bericht zumindest noch ein ca. 3 minütiger Beitrag wert. Seitens der Regierung durfte ich noch nie vernehmen, dass ein gewählter Politiker hierfür Rede und Antwort stehen musste.

Wie dem auch sei. Wenn Deutschland auch zukünftig auf dem automobilen Sektor eine Rolle spielen möchte, darf weder die Verbindung Schaeffler / Continental geschweige denn die Schaeffler KG zerschlagen werden.

 

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich – wenn ich ehrlich bin – eigentlich nicht davon ausgehe eine Antwort zu erhalten, da dies bisher auch bei anderen Themen nicht passiert ist.

Allerdings hoffe ich zumindest, dass meine Mail gelesen wird und evtl. auch zum Nachdenken anregt, denn ich sowie meine ebenfalls betroffenen Kollegen sind keine Angestellten im öffentlichen Dienst, haben keinen Beamtenstatus. Erst recht sind wir keine Politiker, welche nebenbei auch noch in diversen Firmen- oder Bankenvorständen ein ‚nettes’ Nebeneinkommen haben und zufälligerweise auch noch über die Vergabe von Staatshilfen entscheiden.

 

Wir sind lediglich Steuerzahlende Arbeitnehmer die letztendlich Angst um ihre Existenz haben….

 

…und AUCH ICH BIN SCHAEFFLER….

 

Mit freundlichen Grüßen

....

    Brief eines Mitarbeiters

Schaeffler / Conti

 

Sehr geehrter Herr Dr. Struck,

 

ich wende mich heute in meiner Eigenschaft als leitender Angestellter der Schaeffler KG und als Vater von vier Kindern an Sie.

 

Die Problematik der Firma Schaeffler wird Ihnen als Politiker bestens bekannt sein und ich darf davon ausgehen, dass Sie Ihre Meinung dazu nicht aus den Medien übernommen haben. Gerne möchte ich Ihnen meine Ansichten über meinen Arbeitgeber und die aktuelle Situation schildern.

 

Die Schaeffler Gruppe wird in der Presse nur zu häufig auf die Person von Frau Schaeffler und der Ihres Sohnes Georg reduziert. Es wird aber seltenst erwähnt, daß auch hier 220.000 Menschen mit Ihren Familien direkt daran hängen. Wir Mitarbeiter dieses Unternehmens konnten uns in der Vergangenheit auf die Loyalität unseres Arbeitgebers verlassen. Frau Schaeffler hat bei all ihren Entscheidungen neben dem Wohl ihrer Firma immer auch das Wohl ihrer Angestellten in den Vordergrund gestellt. Sie ist sich Ihrer Verantwortung bewußt und hat stets danach gehandelt. In Zeiten, in denen andere Firmen gnadenlos Arbeitsplätze ins Ausland verlagert haben, ist unser Unternehmen auch in Deutschland gewachsen. Es wurden seit 2001 über 4000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Insbesondere das im Jahr 2002 übernommene Unternehmen FAG in Schweinfurt hat davon profitiert. Mit rund 1100 Patentanmeldungen pro Jahr gehören wir zu den Innovationsführern in Deutschland. Unsere Kunden schätzen Schaeffler als verläßlichen, innovativen und zukunftsorientierten Partner. Mit unseren Produkten sind auch sie gewachsen und waren somit in der Lage, wiederum Arbeitsplätze zu sichern. Frau Schaeffler ist eine Unternehmerin im eigentlichen Sinne und es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, daß wir zu Recht Stolz auf unsere Firma und unsere Chefin sind.

 

Die Übernahme von Continental im Sommer 2008 war darauf ausgerichtet, Deutschland als Technologiestandort zu sichern. Es wird uns vorgeworfen, daß unsere Geschäftsführung bei diesem Schritt ein zu hohes Risiko eingegangen ist. Aber letztendlich sind unternehmerische Entscheidungen immer mit Risiken verbunden und die Wirtschaftkrise, die als Bankenkrise in den USA begann, war in ihrer Ausprägung nicht vorherzusehen. Nur dadurch kam das Konzept der Übernahme ins Wanken und führte zu der Situation, in der wir uns jetzt befinden.

 

Heute stehen wir vor der Bedrohung, daß die Banken die Führung der Schaeffler KG übernehmen und mit ihren kurzfristigen Interessen ein in sich gesundes Unternehmen zerschlagen könnten.

 

Wir dürfen nicht erwarten, unser Überleben mit Geldgeschenken der Bundesregierung zu finanzieren, aber das wollen wir auch nicht! Es geht um eine zeitlich begrenzte Staatshilfe, die wir komplett -mit Zinsen- zurückzahlen werden.

Wir erwarten eine faire Chance!

Wir erwarten, daß die Banken, die sich mit Geldern der Steuerzahler ihrer Schulden entledigt haben, jetzt auch die Verantwortung übernehmen und dieses Geld zum Wohle von Steuer-zahlern einsetzen.

Die Schaeffler Gruppe zahlt jedes Jahr allein in Deutschland Löhne und Gehälter in Höhe von 1.500.000.000,- €. Kann sich unser Staat den Ausfall dieser Kaufkraft leisten?

Wir bieten rund 1500 jungen Menschen einen Ausbildungsplatz unten besten Bedingungen und garantieren eine feste Übernahme. Wer soll diese Lücke füllen?

Wie ich bereits erwähnt habe, melden wir über 1000 Patente pro Jahr an; auch das stärkt Deutschland. Was bleibt uns, wenn dieses Know-how ins Ausland abwandert?

 

 

Sehr geehrter Herr Struck, ich bitte Sie um Ihren Beitrag, den Fortbestand der Schaeffler Gruppe nach Kräften zu unterstützen. Vielen Dank!

 

Mit freundlichen Grüßen

....

     Brief eines Mitarbeiters

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

eines der Top-Themen in den Medien ist aktuell die Frage, ob die Schaeffler-Gruppe, die durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise in eine Schieflage geraten ist, staatliche Unterstützung erhalten sollte oder nicht.

In den Medien, selbst in den meisten der seriösen, wird die Situation leider völlig fehlerhaft dargestellt.

 

Als langjähriger Mitarbeiter der INA Schaeffler KG möchte ich Sie heute persönlich, sozusagen als Insider, über die Fa. Schaeffler informieren.

 

Ich bitte Sie um ein offenes Ohr und hoffe, daß diese Informationen dazu beitragen können, daß Sie sich selbst ein objektives Urteil über die Schaeffler-Gruppe bilden können. Bitte bewerten Sie meine subjektiven Erfahrungen selbst.

 

Im folgenden meine Erfahrungen und meine Meinung zur

 

      Schaeffler-Gruppe als Arbeitgeber,

      zur Berichterstattung und dem Image der Gruppe in den Medien,

      zu den Gründen und

      dem Hergang der Beteiligung an der Continental AG sowie

      den aktuellen Problemen der beiden Unternehmen

 

zu schildern und abschließend darzustellen,

 

      warum der Schaeffler-Gruppe geholfen werden muss

      und welche Möglichkeiten vorstellbar sind.

 

Schaeffler als verantwortungsvoller Arbeitgeber

 

Ich habe im Jahr 1995 eine Lehre bei der INA Schaeffler KG am Stammsitz in Herzogenaurach begonnen. 1997 lernte ich vorzeitig aus und bin seitdem im Unternehmen beschäftigt. Zuerst im Prototypenbau, später in der Werkstoffprüfung und mittlerweile in der Qualitätssicherung.

 

In der gesamten Zeit meiner Beschäftigung, also seit knapp 14 Jahren, habe ich nur einen einzigen Fall von Kündigung eines unbefristet Beschäftigten „hautnah“ mitbekommen. In diesem einen Fall spielten allerdings persönliche Gründe eine Rolle.

 

Dieser erste positive Eindruck des Arbeitgebers Schaeffler wird zusätzlich dadurch verstärkt, daß ich in der gleichen Zeit geschätzte 15-20 Kollegen mit in den Altersruhestand verabschieden konnte. Diese Kollegen waren zuvor über 20, 25 ja einige sogar über 40 Jahre für das Unternehmen tätig.

 

Die Bedeutung der Gruppe als Ausbildungsbetrieb ist weithin bekannt und sucht auch auf bundesebene ihresgleichen. Schaeffler gilt ist einer der größten Ausbildungsbetriebe und ist außerdem für die herausragende Qualität ihrer beruflichen Ausbildung bekannt. Die Übernahmequote nach der Ausbildung liegt meines Wissens bei annähernd 100%.

 

Natürlich kam auch die Schaeffler-Gruppe nicht umhin, Produkte, die in Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig herzustellen waren, ins Ausland zu verlagern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Unternehmen geschah dies aber immer ohne Stellenabbau! Die betroffenen Mitarbeiter wurden meist weiter gebildet und erhielten neue Arbeitsplätze zur Fertigung neuer, zukunftsfähiger Produkte.

 

In der jüngsten Vergangenheit konnten leider sehr viele Leiharbeiter nicht weiterbeschäftigt werden. Darunter auch einige Kollegen von mir. Ich bedauere das zutiefst, Leiharbeit ist aber wieder ein ganz anderes Thema und nicht auf die Schaeffler-Gruppe beschränkt.

 

In Summe muss ich attestieren, daß die Schaeffler-Gruppe ein Arbeitgeber ist, wie man sich ihn nur wünschen kann und leider nur viel zu selten findet.

 

Schaeffler ist keine „Heuschrecke“

 

In krassem Gegensatz zu meinen oben ausgeführten persönlichen Erfahrungen steht die aktuelle öffentliche Darstellung in den Medien. Von Machtgier und Größenwahn ist zu lesen, in einigen Medien wurde Schaeffler sogar als „Heuschrecke“ bezeichnet. Aber hier wird die Wirklichkeit völlig verkannt.

 

Heuschrecken kaufen sich in Unternehmen ein und versuchen Kapital für ihre Anleger freizusetzen.  Auf jede nur erdenkliche Weise. Sei es durch Eigenkapitalauszahlung, also das Bedienen aus der Schatztruhe eines Unternehmens, oder sogar das Verkaufen von wertvollen Unternehmensteilen. Nach der Gewinnmitnahme verdrücken sich die Heuschrecken wieder und lassen nur noch tote Erde zurück.

 

Die Fa. Schaeffler ist anders! 2001 übernahm die Schaeffler-Gruppe den MDAX-Konzern FAG Kugelfischer. Ich war nur kurz danach auch einmal im FAG-Stamm-Werk in Schweinfurt und mittlerweile habe sehr häufig mit den Kollegen dort zu tun. Zur Zeit der Übernahme waren die Maschinen dort veraltet und die FAG hätte wohl keine rosige Zukunft gehabt. Die FAG wurde, aber das ist nur meine persönliche Meinung, vorher durch ein zu börsenorientiertes und damit zu kurzfristiges Management heruntergewirtschaftet. Die Schaeffler-Gruppe hat nach der Übernahme der FAG in deren Werken in neue Anlagen und damit auch in die Arbeitsplätze investiert und die FAG wieder zurück in die Spur eines sehr erfolgreichen Unternehmens gebracht. Die FAG ist immernoch im Firmenverbund und beschäftigt heute mehr Arbeitnehmer als je zuvor.

 

Das ist nicht das Verhalten einer Heuschrecke! Bei Schaeffler handeln Einzelpersonen, die sich persönlich sozial verpflichtet fühlen und dieser Verpflichtung hier in Deutschland und auch auf der ganzen Welt nachkommen!

 

Die Schaeffler-Gruppe hat seit der Übernahme der FAG im Jahr 2001 immerhin 12.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, 4.000 davon in Deutschland.

 

Gute Gründe für die Conti-Beteiligung

 

Ich war immer froh in einem Unternehmen beschäftigt zu sein, daß in privaten Händen ist. Die Fa. Schaeffler wird nicht durch den kurzfristigem Horizont des shareholder-value begrenzt. Meiner Erfahrung nach entscheidet ein Management, das nicht anhand kurzfristiger Gewinnmaximierung oder Kurssteigerung an der Börse honoriert wird, aufgrund seiner Nähe und Verpflichtung gegenüber des persönlich bekannten Eigentümers, langfristiger und nachhaltiger. Strategisch besser!

 

So war auch der Einkauf bei der Continental AG eine strategische Maßnahme, die mittelfristige Arbeitsplätze in der Schaeffler-Gruppe wettbewerbsfähiger machen sollte.

 

Das Hauptmotiv zur Beteiligung für Schaeffler: Die Zukunft des Automobils ist elektrisch, oder zumindest mit viel mehr Elektronik als heute. Die mechanischen Komponenten dagegen sind auf dem Rückzug. Conti ist ein führender Hersteller von elektronischen Systemen, Schaeffler ist auf mechanische Komponenten spezialisiert. Für die mechanisch orientierte Schaeffler-Gruppe wäre eine Kooperation ein Schritt in Richtung Zukunft.

 

Dazu kommen aber dann auch noch ganz triviale, rein wirtschaftliche Gründe, so z.B. Überschneidungen im Kunden- und Lieferantenstamm und damit verbundene Synergieeffekte.

 

Aber auch für Conti wäre meines Erachtens eine gemeinsame Zukunft eine gute Sache. Unsere Unternehmen haben einige wenige Überschneidungen und ergänzen sich ansonsten prächtig. Zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit vielen Jahren eine enge Kooperation, der eine Kunden-Lieferanten-Situation zugrunde liegt, aber die sich auch auf gemeinsame Entwicklungen erstreckt. In sehr vielen Bereichen gehen elektronische Komponenten nämlich eine „Symbiose“ mit mechanischen ein, auf dem weiten Feld der Mechatronik.

 

Die geplante Beteiligung bei Conti war ein Versuch unserer Geschäftsleitung, die Arbeitsplätze in der Schaeffler-Gruppe zukunftssicherer zu machen.

 

Bei mechatronischen Systemen könnten beide Unternehmen zusammen eine globale technologische Führungsrolle einnehmen, die mit ihrer Innovationskraft in Deutschland und auf der ganzen Welt Arbeitsplätze schafft.

 

Strategische Beteiligung durch unvorhersehbare Finanz- und Wirtschaftskrise vereitelt

 

Als im Juli 08 das Pflichtübernahmeangebot bzgl. der Conti AG durch Schaeffler nur zum Mindestpreis veröffentlicht wurde, vermutete ich schon damals eine Strategie à la Porsche. Geplant war keine komplette Übernahme, sondern vielmehr eine signifikante Minderheits- oder knappe Mehrheitsbeteiligung. Mittlerweile habe ich erfahren, daß meine damalige Vermutung zutreffend war. Das Ziel war immer eine strategische Beteiligung. Eine Komplettübernahme war ursprünglich nicht vorgesehen.

 

Als nahezu zeitgleich zum Übernahmeangebot die US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac ihre Insolvenz erklären mussten, fiel im Zuge der darauffolgenden globalen Finanzkrise der Aktienkurs der Conti unter die Offerte der Schaeffler-Gruppe. Der Schaeffler-Gruppe wurden daraufhin deutlich mehr Aktien angedient als ursprünglich beabsichtigt war. Die weltweite Finanzkrise führte also ursächlich zur ungewollten Übernahme von Conti durch Schaeffler.

 

Nun könnte man meinen, die Schaeffler-Gruppe habe sich eben verspekuliert und die wirtschaftlichen Risiken fahrlässig unterschätzt. Aber auch diese Einschätzung entspricht noch nicht der Realität. Selbst die Komplettübernahme der Conti hätte die Schaeffler-Gruppe noch finanzieren können, wenn sich das Automobilgeschäft wie in den vorangegangenen Jahren weiterentwickelt hätte. Zwar wissen wir spätestens seit der Asienkrise 97/98, daß auf eine Finanzkrise oftmals eine Wirtschaftskrise folgt, allerdings war erstens die Schwere dieser Krise für niemanden vorhersehbar und zweitens ein Rückzug von Schaeffler zu diesem Zeitpunkt rechtlich auch nicht mehr möglich.

 

Sicherlich hätten die Entscheidungen des Schaeffler-Management ganz anders ausgesehen, wenn man das Auftreten einer Weltwirtschaftskrise von bisher unbekanntem Ausmaß erwartet hätte. Dies war aber nicht vorhersehbar und wenn man immer mit dem Schlimmsten rechnen müsste, dann dürfte sich kein Bürger in Deutschland ein Auto, eine Wohnung oder sogar ein Eigenheim finanzieren. Ja, selbst die Benutzung einer Kreditkarte müsste sich verbieten.

 

Meine Fazit zum Übernahmevorgang Conti durch Schaeffler ist daher:

Das Schaeffler-Management hat auf Basis der damals zur Verfügung stehenden Informationen stets sorgfältig und verantwortungsbewusst gehandelt. Die ungewöhnlich schwere Finanz- und Wirtschaftskrise hat zu einer unglücklichen Situation für beide Unternehmen geführt. Diese Entwicklung war jedoch nicht vorhersehbar und ein schuldhaftes Versagen des Schaeffler-Managements kann daher nicht unterstellt werden.

 

Hohe Schulden lasten auf beiden Konzernen

 

Durch den Einbruch des Automobilmarktes infolge der Wirtschaftskrise hat Schaeffler kurzfristig Probleme, die Zinsforderungen aus der Übernahmefinanzierung zu bedienen.

 

Beide Unternehmen, Schaeffler und Conti, sind im Kern gesunde und hoch profitable Unternehmen, die im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise größtenteils unverschuldet in eine existenzbedrohende Lage geraten sind.

 

Bei der Schaeffler KG kommt neben der Belastung durch die Zinsforderungen noch ein weiteres Problem hinzu. Zur Absicherung der Kredite wurden vor allem die erworbenen Aktienpakete herangezogen. Der Kurs der Conti-Aktie ist allerdings mittlerweile enorm gefallen. Zwar ist das Unternehmen Continental an sich bei weitem mehr wert als der Aktienkurs widerspiegelt, rein formal besteht jedoch keine ausreichende Absicherung der Kredite mehr.

 

Das Privatkapital der Familie Schaeffler steckt zum allergrößten Teil bereits in der Firma. In den vergangenen Jahre wurden keine Gewinne entnommen, sondern reinvestiert. Nur so konnten neue Arbeitsplätze geschaffen und bereits vorhandene gesichert werden.

 

Wenn jetzt ein Einbringen von Eigenkapital gefordert wird, dann sit das nur möglich, indem Teile der Firma verkauft werden.

 

Da die Schaeffler-Gruppe aber bisher ein sehr guter Arbeitgeber war und bei einem Verkauf an einen Investor, z.B. einen Hedge-Fond, diese Arbeitsplätze aufgrund kurzfristiger Gewinnmaximierung vermutlich gefährdet wären, wünscht sich kein Mitarbeiter der Schaeffler-Gruppe diese Lösung.

 

Warum der Schaeffler-Gruppe geholfen werden muss

 

Die Schaeffler-Gruppe ist ein mustergültiger Arbeitgeber, der seine sozialen Verpflichtungen ernst nimmt und mit seiner Innovationskraft Arbeitsplätze schafft und erhält.

Nach dem Absturz der Finanzmärkte wurde in Deutschland und auf der ganzen Welt der Ruf nach einer neuen Management-Ethik laut. Das Management der Schaeffler-Gruppe, und erst recht die Eigentümer, fühlen sich für ihre Mitarbeiter verantwortlich. Wenn bei irgendeinem Unternehmen diese neue Ethik gelebt wird, dann sicherlich im Hause Schaeffler.

 

Frau Schaeffler nimmt an Betriebsversammlungen teil und sucht immer wieder den Kontakt zu ihren Mitarbeitern. Wenn in unserem Unternehmen bisher von der „Schaeffler-Familie“ geredet wurde, dann meinte man damit rund 60.000 Personen weltweit, die alle für das selbe Unternehmen tätig sind. Unsere Familie hat sich gerade eben noch einmal enorm vergrößert, auch wenn es sicherlich noch ein wenig Zeit braucht, bis beide Unternehmen zusammengewachsen sein werden. Die Schaefflers haben Deutschland, wie wir es heute kennen, mit aufgebaut.

 

Jedes Unternehmen, egal ob es sich dabei um ein Klein- oder Mittelständisches Unternehmen, oder um einen großen Konzern handelt, das aufgrund einer zeitlich begrenzten Krise in Not gerät, hat Hilfe vom Staat verdient! Wir auch!

 

Aus volkswirtschaftlicher Sicht macht es ohnehin keinen Sinn, Hilfen für Schaeffler zu verweigern, um im Nachhinein ein Vielfaches für Lohnersatzleistungen auszugeben.

 

und wie diese Hilfe aussehen könnte

 

Aus Sicht der Mitarbeiter wäre das Schlimmste was uns passieren könnte, der Einstig eines institutionellen Investors, der lediglich auf kurzfristige Gewinne fixiert ist. Für die Familie Schaeffler standen immer die Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze im Vordergrund. Daß diese Ausrichtung aber nicht unbedingt unwirtschaftlich ist, haben dagegen auch jüngere Studien zu mittelständischen Unternehmen gezeigt. Tatsächlich erzielt diese Ausrichtung mittelfristig höhere Gewinne und schafft mehr Arbeitsplätze als börsenorientierte Großunternehmen.

Ein möglicher Investor sollte also sowohl aus Sicht der Arbeitnehmer, als auch aus Sicht der Unternehmenseigentümer, als auch aus Sicht des Staates, der an einer hohen Beschäftigung interessiert ist, die gleiche Ausrichtung haben.

 

Das beste für die Sicherheit unserer Arbeitsplätze wäre es, wenn die Schaeffler-Gruppe aus eigener Kraft diese Krise überwinden könnte. Ein kurzfirstiger, günstiger Staatskredit, natürlich ohne den Steuerzahler zu belasten, könnte hier eine wichtige Hilfe sein.

 

Ein Einstieg des Staates als Teilhaber, wie z.B. schon bei VW in Niedersachsen oder Renault in Frankreich, wäre die zweitbeste Möglichkeit. Aus Sicht des Steuerzahlers meines Erachtens sogar die Beste, weil damit kurzfristig Arbeitsplätze gesichert und mittelfristig sogar Gewinne aus der Unternehmensbeteiligung erzielt werden könnten.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

alle Mitarbeiter der Schaeffler-Gruppe stehen geschlossen hinter Frau Schaeffler und “unserem” Familienunternehmen.

 

Wir sind empört über die negative und suggestive Berichterstattung einiger weniger Medien. Wir, die Mitarbeiter der Firma Schaeffler, versuchen uns mit Aufklärung der Öffentlichkeit zu wehren.

 

Der Einbruch des Immobilienmarktes in den Vereinigten Staaten war der Auslöser für eine Finanzkrise, die sich dann in einer Wirtschaftskrise fortsetzte.

Die Banken geben aber in diesen Tagen die vom Staat erhaltenen Kredite nicht an die deutsche Wirtschaft weiter, können es wahrscheinlich auch gar nicht. Durch diese zurückhaltende Kreditvergabe verschärfen sich letztendlich die Auswirkungen der Finanzkrise weiter.

Diese beiden Faktoren haben Schaeffler in die Schieflage gebracht!

 

Und auch obwohl das operative Geschäft stark eingebrochen ist, sind sowohl Schaeffler als auch Conti immernoch lukrative und zukunftsfähige Unternehmen! Ihrer Schuldenlast stehen in der momentanten Absatzkrise allerdings stark geschwundene Erträge gegenüber.

 

Diese Situation gefährdet jetzt akut die Arbeitsplätze.

 

Eine Investition bei Schaeffler ist eine wirtschafts- und arbeitspolitisch sinnvolle Maßnahme,

 

Für einen Einstieg des Staates bei Schaeffler sprechen:

 

  • kurzfristig, daß tausende, eigentlich konkurrenzfähige, Arbeitsplätze in einer sehr schweren Krisenzeit erhalten werden können,

  • mittelfristig, daß der Staat sein Geld nicht nur zurück, sondern darüber hinaus noch einen Gewinn erhalten könnte und

  • langfristig, daß zukunftsfähige Technologien am Standort Deutschland gesichert werden.

 

In den nächsten Tagen werden bundesweit Demonstrationen der Mitarbeiter stattfinden, mit denen wir unsere Solidarität mit Frau Schaeffler und dem arbeitsplatzsichernden, strategischen Management unserer Geschäftsleitung bekunden wollen. Es werden dabei auch Unterschriften gesammelt. Unser Erfolg hängt allerdings sehr davon ab, ob wir es schaffen, die Bürger über die Schaeffler-Gruppe und ihre Eigentümer aufzuklären. Bitte helfen Sie, diese Informationen zu verbreiten und die Familie Schaeffler im Blick der Öffentlichkeit wieder ins rechte Licht zu rücken.

 

Die Motive des Schaeffler-Managemnets und der Eigentümer waren immer die richtigen. Wenn der Staat hier unterstützt, dann hilft er auch sich selbst.

 

In einem Konjunkturabschwung ist es die Aufgabe des Staates, durch sinnvolle Investitionen die Wirtschaft zu unterstützen!

 

Ich bitte Sie, diesen Brief weiter zu veröffentlichen und aktiv unsere Aufklärungskampagne zu unterstützen.

 

Mit freundlichem Gruß

 

......

     Brief eines Mitarbeiters

Sehr geehrter Herr Minister Steinbrück,

 

ich möchte mich bei Ihnen für den umsichtigen Umgang mit unseren, und somit auch meinen, Steuergeldern bedanken.
Es kann und darf nicht sein, und damit gehe ich mit Ihnen absolut konform, dass der Staat die Zeche zahlt für nicht durchdachte Unternehmensentscheidungen oder für waghalsige Spekulationsgeschäfte.


Aber bitte gestatten Sie mir eine Frage:
Wie erklären Sie dem Steuerzahler, dass der Bund ein Unternehmen wie die Hypo Real Estate mit (Stand Heute) 102 Mrd. Euro unterstützt. Oder wie erklären Sie ihm die Hilfe für all die, wie sagte noch der fränkische Kabarettist Erwin Pelzig, "halbstaatlichen Zockerbuden": West-LB, Sachsen-LB, Bayern-LB und wie sie alle heißen. Ob der Bund bzw. die Länder (im Fall der Landesbanken) jetzt für die gesamten Summen, die in diesem Zusammenhang genannt werden, gerade stehen müssen und, ob es sich hier jetzt um Bürgschaften handelt oder Beteiligungen oder Kredite o.ä., sei einmal dahingestellt. Tatsache ist aber, dass diese "Staatsunterstützung" dem Steuerzahler Geld kostet, und zwar viel Geld.

Sie brauchen mir darauf aber nicht zu antworten, denn ich denke, ich kenne die Antwort: Sie unterstützen diese Gesellschaften, weil Sie müssen! Weil sonst die Gefahr besteht, dass das gesamte System zusammenbricht.

 

Das ist auch nicht meine Frage.
Ich möchte von Ihnen vielmehr wissen, warum die Politik solche Gesellschaften ohne mit der Wimper zu zucken unterstützt und zwar mit Summen, die mir die Tränen in die Augen treiben, die ich aus dem Stegreif nicht einmal schreiben kann, und gleichzeitig Unterstützungen für ein Unternehmen wie die Schaeffler-Gruppe kategorisch ablehnt
(Manager-Magazin, 29.1.2009).


Zur Erinnerung:
O.g. Geldinstitute sind in der Branche aktiv, die die derzeitigen Finanzkrise und die daraus resultierende Weltwirtschaftskrise maßgeblich mit zu verantworten hat. Und die Schieflage dieser Gesellschaften ist aufgrund von Fehlspekulationen oder irgendwelcher Risikobeteiligungen entstanden. Die Aufgabe der Landesbanken z.B. ist die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen und nicht, das anvertraute Geld bei Lehmann-Brothers zu verzocken.

Die Schaeffler-Gruppe hingegen ist seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Partner für Kunden, Lieferanten, Banken, dem Staat und, obwohl es in der Presse oftmals anders dargestellt wird, auch für ihre Mitarbeiter. Die Tatsache, dass Schaeffler bis zur Conti-Übernahme in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt war, spricht für sich. Es wurde immer mit Augenmaß gewirtschaftet. Es gab in der Vergangenheit bei Schaeffler keine Massenentlassungen oder irgendwelche Skandale, wie Korruption, Veruntreuung o.ä.. Es wurde nicht ein Rekordergebnis nach dem anderen verkündet und im gleichen Atemzug ein Stellenabbau angekündigt. Schaeffler hat seit 2001 in Deutschland 4000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Wie viele Arbeitsplätze kamen in diesem Zeitraum eigentlich von der Hypo Real Estate dazu? So viele können es nicht sein, denn die Hypo Real Estate gibt es so erst seit 2003 und die Mitarbeiterzahl lag laut Jahresbericht 2007 bei ca. 2000. (Zur Erinnerung: Das sind halb so viele, wie Schaeffler Arbeitsplätze geschaffen hat.)


Sicher hat die Schaeffler-Gruppe ein Vermögen angehäuft (wie hoch dieses ist, weiß ich nicht und ich will darüber auch nicht spekulieren), aber dieses Vermögen hat sie sich nicht ergaunert oder "ersubventioniert" oder "erspekuliert" oder sonst irgendwie erhalten, sondern es ist ein Resultat umsichtiger und vorausschauender Firmenpolitik, und das über Jahrzehnte. Auch die Entscheidung, die Continental-AG zu übernehmen, war strategisch richtig und dient der Zukunftssicherung der Schaeffler-Gruppe und der gesamten Automobilzulieferbranche. Und die derzeitige Schieflage ist auch nicht aufgrund einer Fehlspekulation oder irgendwelcher Luftnummern mit Börsenpapieren entstanden, sondern aufgrund der derzeitigen in diesem Maße nicht vorhersehbaren Wirtschafts- und Finanzkrise. Wer hier von verzocken spricht, ist entweder inkompetent oder ignorant.
Bei Schaeffler geht es, wenn ich die Sachlage richtig sehe, um eine zeitlich befristete Bürgschaft in einer Höhe 4 Mrd. Euro. Das sind weniger als 5% von der Summe, die die Hypo Real Estate bekommt. Und ob der Steuerzahler dieses Geld jemals wieder
sehen wird, wage ich zu bezweifeln.

 

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin nicht dafür Steuergelder zu verschleudern und ich denke, ich habe das zu Beginn meines Schreibens auch deutlich gemacht. Das gilt natürlich auch für eine mögliche Hilfe für die Schaeffler-Gruppe. Es muss bei Schaeffler einen Prozess mit einem entsprechenden Sanierungskonzept geben, es müssen gewisse Schritte eingehalten werden und am Ende steht eine Entscheidung: Staatliche Hilfe für Schaeffler JA oder NEIN.

 

Was ich allerdings nicht verstehe, Herr Minister, ist Ihre Haltung hierzu. In der Presse wurden Sie folgendermaßen zitiert:

 

"Auf die Frage, ob die Regierung einen Rettungsschirm über die Schaeffler-Gruppe spannen werde, sagte Steinbrück wörtlich: "Ein ganz klares Nein.""

 

Bitte Herr Minister Steinbrück, erklären Sie mir dieses "Ganz klare Nein", zu einem Zeitpunkt, als der o.g. Prozess, noch gar nicht begonnen hat. Ich bin sicher, dass Sie das klarstellen können.

Ich würde mich über eine kurze Stellungnahme aus Ihrem Haus freuen.

Ich bedanke mich im voraus für Ihre Bemühungen.


Mit freundlichen Grüßen
...

    Brief eines Mitarbeiters

Finanzhilfe für die Firma Schaeffler

 

Sehr geehrter Herr Freiherr zu Guttenberg,

 

ich schreibe Ihnen als sehr besorgter Mitarbeiter der Schaeffler Gruppe. Sicherlich muss ich Ihnen die aktuelle wirtschaftliche Lage und die daraus resultierenden Sorgen nicht schildern - Sie werden sie bestens kennen. Ich möchte auch nicht egoistisch die Schaeffler Gruppe wichtiger einordnen, als andere Opfer der Krise, aber auch nicht unwichtiger. Ich bin seit über 20 Jahren am Stammsitz  der Firma Schaeffler in Herzogenaurach beschäftigt und ich kann der Firma ein sehr verantwortungsvolles Handeln bestätigen, das stets darauf gezielt hat neue Arbeitsplätze vor allem auch in Deutschland zu sichern und auszubauen. So gab es auch bei der letzten großen Übernahme der Firma FAG in die Schaeffler Gruppe Zweifel und Befürchtungen von Mitarbeitern und Geschäftsführung von FAG die sich aber alle nicht bestätigten.

Im Gegenteil die Firma FAG wurde nach der Übernahme durch Schaeffler modernisiert und die alten Produktionstätten auf den neuesten Stand gebracht. Einen Arbeitsplatzabbau hat es hierbei nicht gegeben. Es sind dadurch neue Arbeitsplätze entstanden die vor allem in der Krisenregion Unterfranken ein sehr wichtiges Signal waren. Eine solche verantwortungsvolle Firma gegenüber den Mitarbeitern  würde es mit Sicherheit bei Aktiengesellschaften nicht geben. Leider liest man in den Medien viele populistische  Aussagen die leider nicht der Wahrheit entsprechen.

 

Einerseits wird viel geschrieben, dass Schaeffler durch eine riskante Entscheidung die Krise selbst zu verantworten hat und daher keine staatliche Hilfe erwarten darf. Nur was haben die Banken gemacht, welchen mit offenen Taschen geholfen wird? Genau diese Banken haben wirklich hochspekulative Geschäfte betrieben, haben wie im Wettbüro auf fallende oder steigende Kurse gesetzt und so die eigentliche Krise nicht nur ausgelöst, sondern gar billigend in Kauf genommen. 

 

Es mag offen darüber debattiert werden, ob der Einstieg bei Conti richtig war und ob sich in der Entwicklung lediglich das unternehmerische Risiko verwirklicht hat – es bleiben die Fakten, dass ohne die Kreditklemme und der Börseneinbruch – insbesondere der Conti-Aktien - die Kalkulation der Schaeffler Verantwortlichen aller Wahrscheinlichkeit nach aufgegangen wäre.

 

Andererseits wird unserer Unternehmerin Frau Schaeffler vorgeworfen, dass sie doch genug Geld auf der Bank hätte, was sie in das Unternehmen stecken könnte. Dabei wird übersehen, dass eben das Unternehmen einen Großteil dieses Vermögens ausmacht, das Geld von Frau Schaeffler also bereits im Unternehmen steckt.. Mir scheint dieses – auch für die Politik ansteckende - Medienspektakel billige Meinungsmache von neidischen Konkurrenten zu sein. Frau Schaeffler würde niemals den drohenden Untergang ihres Unternehmens tatenlos mit ansehen.

 

Die Firma Schaeffler gibt weltweit 70.000 eigenen Mitarbeitern (davon ca. 21000 in Deutschland) und weiteren zehntausenden Mitarbeitern abhängiger Betriebe Arbeit und Lohn. Bei einem Zusammenbruch von Schaeffler würden auch viele Arbeitsplätze in anderen Firmen betroffen sein, da diese unsere Produkte verbauen. Das Risiko, diese Arbeitsplätze zu verlieren, steht in keinem Verhältnis zu den Kosten, die eine – verzinste – Bürgschaft des Bundes und/oder der Länder mit sich brächte. Wieso wird für eine Schlüsselwirtschaft – dem Bankensektor – ein milliardenschwerer Schutzschirm aufgespannt, während der Automobilindustrie hier offensichtlich nicht geholfen wird?

 

Außerdem würde auch der Technologiestandort Deutschland einen schweren Schlag erleiden und in Zeiten billiger globaler „Werkbanken“ ist Technologie das, was unsere Exporterfolge erst ermöglicht. Banken produzieren nicht, Banken entwickeln nicht und Banken exportieren nicht. Wenn die Banken keiner Firma mehr Kredite geben können, weil diese insolvent sind, können die Banken hier in Deutschland das Licht ausmachen.

 

Ich bin überzeugt, dass die Firma Schaeffler mit einen Überbrückungskredit eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht, da man durch die Verbindung mit Continental zu einen Weltmarktführer aufsteigt der das Auto der Zukunft mitentwickeln kann und dies auch von den Automobilherstellern als richtiger Schritt für eine langfristige, erfolgreiche Zukunft als Automobilzulieferer angesehen wird.

Ich bitte Sie daher eine mutige Entscheidung für eine sichere Zukunft der Firma Schaeffler zu treffen und diese Firma, die sich immer als ein verantwortungsvolles Unternehmen für Arbeitsplätze in Deutschland gezeigt hat nicht fallenzulassen, sondern durch eine Bürgschaft zu unterstützen. Zusammen mit Continental ist die Schaeffler Gruppe Arbeitgeber von  fast 80.000 Steuerzahlern in Deutschland und sind ein Garant für das Wohlergehen unseres Landes.

 

Mit freundlichen Grüßen

....

 

17.3.2009